Schulsegelarbeitsgemeinschaft 

Der Dom-Flecken Bardowick besitzt eine alte Schiffertradition. Auch heute noch fährt ein Bardowicker Binnenschiff zwar nicht mehr auf der Ilmenau, so doch auf den deutschen Binnen-wasserstraßen. Die Hugo-Friedrich-Hartmann-Schule hat sich in diese Tradition eingereiht. Zu den selbstgebauten Kanus sind seit vier Jahren auch zwei gebrauchte Kunststoff-Segeljollen dazu gekommen. Zwei weitere Holzjollen warten noch auf ihre Grundüberholung.

Die Segel AG der Hugo–Friedrich-Hartmann-Schule in Bardowick erfreut sich zunehmend großer Beliebtheit bei den Schülerinnen und Schülern aus der Samtgemeinde. Ab der 8. Klasse konnten sie bislang regelmäßig mitmachen. Nun waren aber Nachfrage und echtes Interesse bei den Jüngeren so stark, dass auch schon von der fünften Klasse an mitgemacht werden kann. Das ist deswegen auch begrüßenswert, weil – geht man von einer Schulverweildauer von 4 Jahren aus – bis zur Abschlussklasse viel Zeit bleibt, um eine gute Schulsegelmann-schaft aufzubauen.

Was wollen wir mit dem Segeln an der Schule erreichen?

Segeln ist kein eliterer Sport mehr. Vielmehr spricht es auch junge Menschen an, die gerne Erlebnis- und Leistungssport betreiben wollen. Jollensegeln ist ein Mannschaftssport, bei dem ein enges Zusammenarbeiten erforderlich ist. Das gilt schon bei den Winterarbeiten, dem Aufriggen, dem Segelsetzen, dem Ablegen, dem Segeln und letzthin dem Anlegen.
Jollensegeln ist eine Sportart in der Naturkenntnisse von elementarer Bedeutung sind.

Durch intensive Naturbeobachtungen können Wind- und Wetterzusammenhänge erfahren und erlernt werden. Die Strömungsverhältnisse der Elbe in Relation zu Wind und Wetter sollen den jungen Menschen Spaß am Segeln vermitteln. Ein gezieltes Sicherheitstraining insbesondere Kentersicherheit gehört ebenso zu den Übungsstunden wie auch das Erlernen von Regattataktiken.

Bevor es in die Boote geht, gibt es eine Menge Theorie in den Wintermonaten zu bewältigen:

Theorie des Bootsbaus, des „stehenden Gutes“ (Mast, Baum und Wanten) und des „laufenden Gutes“ ( Schoten, Rollen, Schwert und Ruderanlage) Aufbau des Bootskörpers (Doppelschale, Drecksverklebungen, Verstärkung vom Verschraubungen im Kunststoff, etc.).

Bei den Überholungsarbeiten lernen die Mädchen und Jungen z.B. den Umgang mit Kunststoff bei Reparaturen kennen, das Einhalten von Verarbeitungs-temperaturen, ebenso wie Holzbearbeitung, das Lackieren des Bootskörpers und die Wichtigkeit des Unterwasseranstrichs.

Segeltheorie beinhaltet das Üben von Seemannsknoten, Aufzeichnen von Wetterbeobachtungen, Vorfahrtsregeln und seemännisches Verhalten.

Die Sommerzeit dient ausschließlich der Praxis des Segelns und des Zusammenerlebens. Das ist für den Mannschaftssport besonders wichtig. Bei der praktischen Ausbildung wird das Auftakeln, Ablegen, Manöver fahren geübt (d.h. Wenden, Kreuzen und Halsen, auch „Mann-über-Bord-Manöver“). Die Trainingsfahrten finden für die Anfänger zunächst mit den Anleitern in einem Boot statt, dann heißt es aber „learning by doing“, also selber segeln. Die Segellehrer begleiten die Segelboote und geben Anweisungen von einem Motorboot aus.

Da diese Veranstaltung nicht auf der schmalen Ilmenau stattfinden kann, segeln wir auf dem 16 km entfernten Tesper Brack, einem Seitenarm der Elbe. Hier können auch Regatten mit anderen Schulen durchgeführt werden.

Für die Fahrten zum Brack werden ein Privat-Pkw und der Samtgemeinde-Kleinbus eingesetzt. Diese Fahrtkosten werden auf die Teilnehmer umgelegt.

Unsere gebrauchten Jollen benötigen in diesem Jahr dringend eine Generalüberholung. Risse im Kunststoff und defekte Lenzventile lassen Wasser in die Doppelschale eindringen. Aufgrund der zusätzlichen Ausbildung im Reparieren von Kunststoffbooten des Initiators der Segel-AG können diese Arbeiten mit Schülern unter seiner fachkundigen Anleitung ausgeführt werden.